Qualitätskontrolle als wesentlicher Faktor für den Screeningeffekt

Bei genauer Betrachtung der Situation in England wird ein zusätzlicher Faktor augenscheinlich, der auch für andere Länder zum Tragen kommen kann. Die Inzidenz, Mortalität und die Anzahl an in situ Karzinomen stieg zwar bei Frauen unter 35 Jahren an, wichtig dabei ist allerdings der Aspekt, dass ungefähr 65% aller Pap-Abstriche aus dieser Zielgruppe stammten (Brindle et al. 1977) während in den 1980-er Jahren lediglich geschätzte 12% der gesamten weiblichen Bevölkerung (im Alter von 25-64 Jahren) durch das Screening erfasst wurde (Quinn et al. 1999).

In einem Review über den Verlauf des Screenings in England, attestieren Albrow et al. (2012) dem Screeningprogramm der 1970-er und 1980-er Jahre schlechte Organisation und mangelhafte Qualitätskontrolle. Sie beschreiben auch diverse eindeutige “Screeningfehler”, diese Argumente zogen eine verbesserte Qualitätssteuerung im neuen NHS Cervical Screeningprogramm (NHSCSP) 1988 nach sich.

In den USA kristallisierte sich zur selben Zeit eine ähnliche Situation heraus, die Veröffentlichung diverser Artikel im Wall Street Journal (Bogdanich 1987) – bewirkte ebenfalls öffentlichkeitswirksam eine Optimierung der Qualitätskontrollen und entsprechenden Betriebsvorschriften für die Laboratorien. 

Bedeutung der Qualitätskontrolle bei der Steuerung der Zervixkarzinominzidenz wenn das Erkrankungsrisiko steigt

  • Während der 1980-er Jahre war die Screeningabdeckung genau in jener Altersgruppe am höchsten, in der auch die höchsten Karzinom- und CIN3-Raten detektiert wurden.
  • Die Veröffentlichung von “Screeningfehlern” und die mediale Aufmerksamkeit bewirkten eine verbesserte Qualitätskontrolle in den UK und USA

Eine adäquate Qualitätskontrolle sämtlicher Teilbereiche eines Screeningprogramms ist erforderlich, diese sollte von der Abstrichentnahme über das Screening und die Terminologie, Verlaufskontrollen bei zytologischen Auffälligkeiten, sowie Durchführung der Kolposkopie und Behandlung von hochgradigen Läsionen und deren Nachsorge, reichen (Arbyn et al. 2010).  

X